Mercaturia

Handelsstadt im Norden von Dunladan
 
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 Ist es das wert?

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RoterBaron

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Anzahl der Beiträge : 78
Anmeldedatum : 02.03.08

Charakter
Rasse: Mensch
Geschlecht: Männchen
Beruf: Alchemist

BeitragThema: Ist es das wert?   Di Apr 15, 2008 10:59 pm

Wer konnte an diesem Morgen schon erahnen wohin der Weg den jungen Recken, der geradewegs durch die Tore Mercaturias ritt, führen würde.

Eine kalte, mit immer wiederkehrenden Regenschauern erfüllte Nacht lag hinter ihm. Sein Pferd dampfte vor lauter Schweiß, die Nüstern bebten unruhig - sie hatten eine weite Strecke in sehr kurzer Zeit zurück gelegt.

Die donnernden Hufe hallten über die Straßen Mercaturias. Erst an der großen Treppe im hinteren Teil der Stadt machte der Reiter halt und sprang vom Pferd. Er nahm die Stufen in Sprüngen und überwand immer zwei gleichzeitig. -Außer Atem erreichte er die schweren Türen der großen Halle und hämmerte mit den Schwertgriffen gegen die Portale.

Zwischenzeitlich hatten die Wachen am Tor Alarm geschlagen. Von einem Einzelnen war keine Gefahr erwartet worden, daher waren die Krieger am Tor unachtsam gewesen - der Reiter war an ihnen vorbeigeprescht. Nun stürmten die Wachhabenden atemlos hinter dem Recken her.

Als er am Tor stand holten sie ihn ein und umzingelten ihn. Erst jetzt war die schwere Wunde auf der linken Gesichtshälfte erkennbar. Der Wangenknochen schaute an einer Stelle hervor. Zerrissene Fetzen von Stoff dienten nur sehr notdürftig als Verband. Das Blut in ihnen war bereits getrocknet. Die zu sehenden Ränder der Wunde schienen bereits schwarz zu glänzen.

Der wachhabende Offizier zögerte. Unter welchen Schmerzen musste dieser Recke den Weg nach Mercaturia zurück gelegt haben? Aus der großen Halle ertönte das Geräusch von Stiefeln die sich dem Protal näherten.

Der Heiler, RoterBaron genannt, öffnete das Protal. Über Nacht war ein Vertreter der Stadtobersten immer in der großen Halle - dies musste der Fremde gewusst haben, so zielstrebig wie er hierhin gekommen war.

“Eregus - was ist passiert?” - rief RoterBaron in höchster Erregung. Der Fremde sah ihn und seine Kräfte schienen zu schwinden. Er sank in die Arme des Heilers. RoterBaron schickte die Wache wieder fort und hob den Recken hoch. Es bereitete keine große Mühe da dieser sehr ausgemergelt schien und keine Bewegung von sich gab.

Er trug ihn in die kleine Kammer der großen Halle und bettete ihn dort auf das Lager. Nun sammelte er seine innere Energie, nahm den Magierstab und murmelte die uralten Formeln. Es würde noch dauern bis er sich als Meister der Erdmagie einstufen konnte, aber die Fortschritte waren stetig und er war gut - sehr gut sogar. Die rituellen Symbole mit dem Runenstab in die Luft zeichnend ließ er die Energie in den Körper des Recken strömen. Die Atemzüge wurden stärker. Die Verfärbung der Wunde ließ nach und das Fleisch über dem Wangenknochen begann sich langsam wieder zu schließen.

Es war anstrengend und nach annähernd einer Stunde war er der Erschöpfung nahe. Dem Verletzten ging es besser. Ein paar gute Mahlzeiten und nichts würde auf die unglaublichen Strapazen, die er hinter sich hatte, noch hinweisen.

Kurze Zeit später wachte Eregus auf. Seine Hand fuhr zu seiner Gesichtshälfte und der Ausblick puren Erstaunens zeigte sich auf seinem Gesicht. “Ich weiss von Deinen Fähigkeiten, aber es erstaunt mich immer wieder.” - “Was ist passiert?” - “Ich ritt, wie mir geheissen wurde, in die Hauptstadt um nach Neuigkeiten und Handelspartnern Ausschau zu halten. Bei gutem Wein und netter Gesellschaft - es waren ein paar wundervolle Stunden unter einem herrlichen Sternenhimmel” bei diesen Worten glitt ein Glanz auf die Augen Eregus´

-

barsch unterbrach RoterBaron den Erzählenden “Eregus - komm zur Sache, Deine Heilung hat mich viel Kraft gekostet, ich bin Müde und muss mich erholen.”

-

“Verzeih, - also kurz - ich konnte interessante Partner für mögliche Handelsverbindungen sprechen. Auch scheint es Gerüchte über eine Eisenplatte zu geben - hiervon erzähle ich Dir aber später. Auf dem Rückweg kam ich über das Gebirge hinter Glacia nachdem ich dort genächtigt hatte. Hier, kurz vor dem Pass scheute mein Pferd und wurde unruhig. Ich beschleunigte den Ritt um den Pass schnell zu überqueren. Plötzlich war ich von Skelettkriegern umzingelt.

Du weißt, das der Umgang mit Schwertern sicher nicht zu meinen schlechtesten Fähigkeiten zählt. Auch bin ich stets gut gerüstet wenn ich Mercaturia verlasse. In einer Bewegung ließ ich die Zügel aus der Hand und zog meine Langschwerter. Mein treuer Hengst ritt beherzt auf die Krieger vor ihm zu und ich konnte mich Rücklings auf den Sattel legen. Mit ausholender Bewegung schlug ich den ersten zweien die widerlichen Schädel von der Schulter und hieb in der Rückwärtsbewegung in die Richtung weiterer Angreifer.

Auf Grund der Anzahl der Skelette war es notwendig das Heil in der Flucht zu suchen. Plötzlich stieg mein Pferd hoch. Weitere Angreifer hatten sich uns genähert und schlugen wild in Richtung des Hengstes. Damit mein treuer Kamerad nicht das Opfer der Skelette würde sprang ich von seinem Rücken und stellte mich dem Kampf.

Es waren sechs weitere, mit Säbeln ausgestattete Fleischlose die mich bedrängten. Durch einen kurzen Blick zur Seite erkannte ich einen Felsen der mir den Rücken decken konnte. Ich musste diesen nur hinter mich bringen. Langsam ging ich zurück, Schritt für Schritt, wartend auf den Angriff.

Es waren keine erfahrenen Krieger, eher eine Art Spähtrupp der überrascht worden war. Mit einer Finte gegen den Kopf des ersten stach mein zweites Schwert in die Mitte des Skelettes - sinnlos, da kein Widerstand auf die Klinge traf. Der nächste Schlag traf besser, dem nächsten trennte ich den Schädel vom Körper. Die rostigen Schwerter trafen auf meine gehärtete Lederrüstung.

Wäre diese nicht von Gee erstellt worden, so hätte ich sicherlich die ersten Minuten nicht überlebt. Wie Du weißt verstärkt er seine Rüstungen zusätzlich - ein wahrer Meister seines Faches. Nachdem ich insgesamt drei weitere Angreifer unschädlich machen konnte traf mich ein Schwert im Gesicht. Die blanken Sterne tanzten mir vor Augen - mir schwanden die Sinne und mit letzter Kraft konnte ich den nächsten Schlag des Angreifers abwehren.

In diesem Moment sah ich meinen treuen Hengst hinter den Skeletten auftauchen. Er schlug mit den Hufen nach ihnen und zwei der Gerippe zerbrachen. Das letzte besann sich eines besseren und wandte sich zur Flucht. - Verstehst Du, ich konnte es nicht aufhalten. Wenn es ein Spähtrupp war, wovon ich ausgehe, dann sind weitere in der Gegend. Ich fürchte, wir werden angegriffen werden. Es kann nicht lange gedauert haben bis ich wieder aufwachte. Der Atem meines Pferdes weckte mich."- Bei diesen Worten verdunkelte sich sein Gesicht und der Anschein von Selbstvorwürfen erschien darin.

“Eregus”, sagte RoterBaron, “beruhige Dich. Niemand wird Dir einen Vorwurf machen. Nur durch Dein beherztes Eingreifen, durch Deinen Mut und Dein Durchhaltevermögen hast Du uns warnen können. Die Wunde auf Deiner Wange kam von einer vergifteten Klinge. Keine 2 Stunden später und niemand hätte Dich mehr retten können. Niemand wüsste dann von der Gefahr.”

RoterBaron schlug Eregus ermunternd auf die Schulter und schickte ihn zur Ruhe. Er musste sich erholen.

Er veranlasste die Verstärkung der Wachen an den Toren und auf den Mauern. Sowie die Morgenstunde geschlagen hätte würde er die Obersten der Gilde unterrichten. Die Stadt musste in den Verteidigungszustand versetzt werden.

Die ruhigen Zeiten schienen vorerst vorüber zu sein. Die Einwohner Mercaturias würden sich wieder einmal der Gefahr stellen müssen. Meister des Handwerkes würden die Hämmer, Nadeln und Fäden, Essenzen und Messer gegen ihre Waffen eintauschen. Freunde und Verwandte würden in den Kampf ziehen. Einige würden nicht wiederkehren.

Was war diesen Preis wert? -

Die Freiheit eines jeden Einzelnen. Die Bewahrung der alten Tugenden und der Schutz der Unschuldigen -
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